„I definitely feel there is room for improvement.“

Roger Federer

Federers Zitat bezog sich damals nach einer langen Siegesserie auf Rasen, auf weitere Variationsmöglichkeiten wie beispielsweise sein Volleyspiel. Was macht Roger besser als wir? Die Frage mag vermessen sein, aber zielt lediglich auf eine – nicht nur im Tennis – wichtige Fähigkeit ab: Er hinterfragt sich und sein Spiel laufend und variiert wie kein anderer. Der Gegner weiß nie, ob als nächstes ein Slice, ein hoher Spin, ein Longlineball, ein Brett oder ein Winkel folgt. 

 

Wie können wir – gefangen in unserer Spielweise – nun neue Wege beschreiten und unserem Spiel mehr Variabilität verleihen? Worauf sollten wir achten? Eine Platzierungsanalyse deiner Schläge kann der erste Schritt in Richtung “Improvement” sein. In den meisten Fällen lassen sich so relativ klare Muster deiner Spielweise identifizieren – Muster, die dir schon gar nicht mehr auffallen, deine Gegner aber bereits nach wenigen Punkten durchblicken. Versuche diese Patterns über mehrere Sessions hinweg zu erkennen und im Spiel für deine Verhältnisse häufiger auch mal unkonventionell zu handeln. Spiele mit der Rückhand nicht mehr 98% cross und schlage von rechts nicht mehr zu 95% Brett durch die Mitte. Spare dir deine „Come Ons“ lieber häufiger für Longlinewinner auf. 

 

Doch aufgepasst! Wenn wir schon über Variabilität sprechen müssen wir zweierlei Dinge voraussetzen. Erstens: Dein Spiel ist bereits so sicher, dass du in der Lage bist, gewisse Spielmuster auf dem Platz zu reproduzieren. Wir brauchen nicht über Variabilität sprechen, wenn die Grundschläge noch nicht sitzen. Aber keine Sorge, lass dir Zeit bei den Basics! Zweitens: Variabilität wirkt nur, wenn du verstanden hast, wo deine Grundstärken liegen. Improvement kann je nach Lernphase auch bedeuten, seine Stärken zunächst weiter auszubauen. Egal welche Spielstärke du letztlich hast, ein Platzierungsanalyse kann dir im Training ein hilfreiches Tool sein.

Platzierungsanalyse mit Wingfield:

Wirf nach jeder Session einen Blick auf die Platzierung deiner Schläge. Hier findest du zum einen die prozentualen Anteile deiner Platzierungen in den einzelnen Feldabschnitten, zum anderen aber auch die genauen Auftreffpunkte deiner Schläge im Feld. Lass dir deine Statistiken sowohl für deine Vorhände und Rückhände als auch für deine Aufschläge anzeigen. Du fragst dich wie und wann dir dieses Feature sinnvollen Mehrwert stiften kann?

 

1. Werd dir bewusst, was du überhaupt machst

Auch bei fortgeschritteneren Spielern tendieren Selbstwahrnehmung und Realität häufig dazu auseinander zu driften. Sieht man sein Placement einmal schwarz auf weiß – oder vielmehr bunt und ansprechend visualisiert – werden einem oftmals auch erst dann gewisse Muster in der Spielweise bewusst. Die Platzierungsanalyse kann dir dann spannende Erkenntnisse liefern, wenn du sie im Kontext des Spiels interpretierst. Erkenne Spielmuster in die du gegen bestimmte Spielertypen verfällst. Du fragst dich warum du deinen Gegner wieder nicht breaken konntest? Prüfe wohin du returniert hast und mit welchen Returns du den Punkt machst. Hast du gegen den Linkshänder dein Spiel auch wirklich angepasst oder landet dein zweiter Aufschlag immer auf seiner Vorhand? Taucht man tiefer in Statistiken wie diese ein, offenbaren sich oftmals wertvolle Erkenntnisse, die dir auf deiner Mission “Improvement” weiterhelfen können.

 

2. Kontrolliere deine Trainingsziele

Vernünftig zum Ball stehen, nicht permanent zu kurz werden und dann war da ja auch noch die Instruktion des Trainers, vermehrt auf die Rückhandseite des Gegners zu spielen. Viele Dinge die einen gerade in der Anfangsphase oftmals noch überfordern können. Die Platzierungsanalyse kann dir auch in der Lernphase ein gutes Feedbackinstrument sein. Kontrolliere mit ihr, ob du wirklich vermehrt die Rückhand bearbeitet hast oder ob du mit deiner Spielweise doch eher in deiner Komfortzone geblieben bist.

 

3. Checke regelmäßig ein

Interessant wird die Analyse erst dann, wenn du deine ganz persönliche Entwicklung im Zeitverlauf vergleichen kannst. Wie genau war deine Vorhandplatzierung noch vor einem Jahr im Vergleich zu jetzt? Checke dich regelmäßig ein und sammle kontinuierlich Daten zu deinem Spiel. Erst dann werden Muster deiner Spielweise ersichtlich und erst dann entfaltet dieses Tool auch seine volles Potenzial.