Wir gehen nicht online – wir leben online. Der durchschnittliche Deutsche verbringt am Tag ca. 3,25 Stunden an seinem Smartphone, rund 4,5 Stunden im Internet und etwa 1 Stunde auf Social Media. Unausweichlich, dass unser digitaler Konsum auch Auswirkungen auf unser Sportverhalten hat. Aktuell sind in der Sportbranche unterschiedliche Technologie- und Konsumtrends zu beobachten: Während Wearables, Augmented Reality oder auch Virtual Reality step by step ihren Weg in den Sport finden, verändert sich auch nach und nach die Art und Weise wie wir Sport treiben.

 

Quantified Self

Höher, weiter, besser. Dieses Credo hat längst auch Einzug in den Breitensport gehalten. So gehören Fitness Tracker und Wearables bereits zur Grundausstattung vieler Freizeitsportler. Damit einhergehend: Der Trend zum Quantified Self – also dem Bedürfnis, seine eigene sportliche Aktivität stets messbar zu machen. Ein treffendes Beispiel für das Potenzial digitaler Technologien, genau solche Verhaltensänderungen auszulösen. Das Ziel? Selbsterkenntnis! Was ist richtig für mich und wie kann ich mich selbst im Sinne einer gesunden oder leistungsorientierten Lebensweise optimieren?

 

Der Erfolg von Fitnesstrackern oder Fitnessapps wie Runtastic oder Freeletics ist nicht zu verleugnen und zeigt: Wir wollen unser Sporterlebnis in die digitale Welt verlängern. Verständlich, denn ist es nicht spannend seine sportliche Leistung endlich schwarz auf weiß (oder vielmehr bunt und ansprechend inszeniert) in seiner Fitness-App abrufen zu können, sich persönliche Ziele zu stecken, auf dem Weg dorthin kleine Meilensteine zu erreichen und diese Erfolge auch direkt mit seinen Freunden zu teilen? Technologien, die im Lauf- und Fitnessbereich längst in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen sind, finden nun auch ihren Weg in den Tennissport. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Möglichkeiten euer Spiel zu tracken, zu verbessern und euer Tenniserlebnis digital zu erweitern findest du hier.

Gamification

Nicht jeder will der nächste Zverev werden – und das ist auch gut so! Nicht jeder muss stets wissen wie seine durchschnittliche Herzfrequenz beim letzten Match war oder wie viele Kalorien er verbrannt hat. Und dennoch: Wenn sportliche Aktivität zu sichtbaren Ergebnissen führt, fühlen wir uns in dem was wir tun bestätigt. 

 

Mechaniken, die sich die Computerspieleindustrie nutzbar macht, sind auf spielerische Weise vermehrt auch in der Sportbranche zu beobachten. Auf Plattformen einschlägiger Sportartikelhersteller erringen wir heute virtuelle Trophäen, kämpfen mit jedem gelaufenen Kilometer um das nächstmögliche Lauflevel oder nehmen an virtuellen Community Challenges teil. Und ganz ehrlich? Es macht Bock! Schnell findet man sich selbst in einem Flow wieder – man findet plötzlich Erfüllung in dem was man tut. Im gesunden Kampf gegen sich selbst oder Freunde können schnell weitere Anreize zur sportlichen Aktivität entstehen. Natürlich nervt es, wenn da in deiner Lauf-App noch zu erkämpfende Trophäen grau meliert auftauchen. Natürlich spornt es an, wenn man im virtuellen Running Club sieht, dass die beste Freundin diese Woche schon 15km mehr abgerissen hat als du selbst. Und natürlich nimmt man die 15% Rabatt auf den neuen Laufschuh des Sportartikelherstellers bei Teilnahme an der “Laufe-in-7-Tagen-die-Marathondistanz-Challenge” gerne mit.

Auch wenn der Moment der Freude bei Erreichen eines neuen Rekordes oftmals kurz ist, ist er da! Und unter anderem auch Grund dafür, dass wir häufig die Wälder, Sportplätze und Schwimmbäder dieser Welt der Couch und Netflix vorziehen. Oder etwa nicht?