Technologien, die im Lauf- und Fitnessbereich bereits längst in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen sind, finden nun auch mehr und mehr ihren Weg in den Tennissport. Wir geben dir eine Übersicht über die unterschiedlichen Möglichkeiten dein Spiel zu tracken, zu verbessern und dein Tenniserlebnis digital zu erweitern.

Sensoren und Wearables:

An erster Stelle sind jegliche Formen von Sensoren und Wearables zu nennen, die du während des Spiels an deinem Körper oder Schläger trägst und metrische Daten deines Spiels erheben. Je nach Art des Sensors können dies unter anderem Schlaggeschwindigkeiten, die Schlaganzahl deiner Sessions oder die Treffpunkte im Schläger (Sweet Spots) sein. Zudem erkennen solche Sensoren sowohl die Art als auch den Spin deiner Schläge und geben dir diesbezüglich eine detaillierte Zusammenfassung deiner Sessions. All diese Daten werden vom Sensor automatisch erfasst und nach jeder Trainingseinheit via App übersichtlich visualisiert. Oftmals haben Spieler zudem die Möglichkeit, diese Daten mit Videos ihrer Session zu synchronisieren, welche zusätzlich über die jeweilige Applikation mit dem Smartphone aufgenommen und analysiert werden können. Am Markt haben sich bisher verschiedene Ansätze etabliert.

1. Schläger und Sensor in Einem:

Babolat bietet mit seinem Babolat Play einen Racket mit integriertem Sensor an. Für alle SpielerInnen, die auf den Schlägerhersteller schwören sicher keine schlechte Lösung.

2. Smarte Erweiterungen für den Griff:

Eine Vielzahl anderer Hersteller liefern hingegen Sensoren, die am oder im Schlägergriff befestigt werden können. Ganz vorne sind hierbei sicherlich der Zepp 2 von Zepp, der Smart Tennis Sensor von Sony oder der HEAD Sensor (Zepp-Technologie) zu nennen.

3. Smarte Dämpfer:

Mit dem Courtmatics Smart Dampener oder dem Qlipp Plus hast du die Möglichkeit den Sensor anstatt am Griff, in den Saiten deines Schlägers anzubringen – Tracker und Dämpfer zugleich.

4. Sensoren am Handgelenk:

Beim Babolat POP wird der Sensor hingegen der bisherigen Beispiele nicht am Schläger sondern mit einem Armband am Handgelenk befestigt. Wer während des Spiels zudem direkt seine Schlaggeschwindigkeiten auf dem smarten Armband angezeigt bekommen möchte, dem sei das PIQ ROBOT zu empfehlen, welches neben diesem netten Feature sonst die selben Daten wie das Babolat POP liefert (Achtung: Daten zu Auftreffpunkten im Ball können hier logischerweise nicht erfasst werden).

Tracking Systeme:

Unter Tracking Systemen fassen wir jegliche Gadgets oder Systeme zusammen, die – mobil oder fest installiert – alle Bewegungen auf dem Platz erfassen und dir detaillierte Analysen deiner Sessions liefern. Neben den klassischen Match-Statistiken, die wir beispielsweise von den Grand Slams kennen, umfasst dies unter anderem Schlag- und Platzierungsanalysen. In den meisten Fällen können ebenfalls Match-Videos bequem in entsprechenden Apps abgerufen werden.

Eines setzt solche Tracking Systeme von zuvor genannten Sensoren und Wearables ab: Entsprechende Daten werden nicht isoliert erhoben, sondern in den Kontext des Spiels bzw. Geschehens auf dem Platz gesetzt. So wird beispielsweise bei einem Schlag nicht lediglich die Geschwindigkeit, der Spin und vielleicht sogar noch das Schwungverhalten getrackt, sondern ebenfalls der räumliche Bezug erstellt. Die Systeme erkennen also neben Auftreffpunkten im Feld auch ob es sich bei einem Schlag um einen Fehler handelte oder nicht. Da diese Daten in der Regel über Bildverarbeitungsalgorithmen (oder Akustikverarbeitung siehe ZENNIZ) erhoben werden, können in der Regel umfangreichere Spieldaten erhoben werden. Gerade für den Trainingsbetrieb bieten solche Systeme eine hervorragende Möglichkeit, Übungen digital abzubilden und mit aussagekräftigen Statistiken zu analysieren.

1. Das High-End-Trackingsystem:

Playsight ist der Vorreiter im Bereich digitaler Smart Courts. Ein Playsight-Court besteht aus 6-12 HD-Kameras und einem On-Court-Terminal, auf dem die getrackten Daten und aufgezeichneten Videos direkt analysiert werden können. Eine Vielzahl bereits implementierter Features ermöglichen es dir Tennis wie die Profis zu erleben. In Deutschland sind lediglich eine Hand voll solcher Smart Courts installiert. Für den kleinen Verein ist dieses System wahrscheinlich nicht finanzierbar.

2. Das Line-Calling-Gadget für die Tasche:

In/Out ist das einzig vollends mobile Tracking Gadget in dieser Auflistung. Schnell auf einen (oder beide) Netzpfosten geklippt verspricht der Hersteller, neben den gängigen Match- und Schlaganalysen, auch Match-Videos und eine Line-Calling-Funktion.

3. Digitale Infrastruktur für Jedermann:

Wingfield will smarte Spiel- und Trainingsanalyse Jedermann zugänglich machen – vom großen Tennisclub bis zum kleinen Wald-und-Wiesen-Verein. Das System ist bewusst minimalistisch designed, kann jedoch die selben Daten wie z.B. Playsight tracken. Die Wingfield Box muss lediglich über einem der beiden Netzpfosten platziert und um eine HD-Kamera ergänzt werden, die dir deine Highlight Videos liefert und nach belieben am Platz installiert werden kann. Mit dem System will Wingfield zukünftig auch über die jetzigen Features hinweg, Tennis in Clubs und Akademien digital unterstützen.

4. Das System, das zuhört:

Zenniz geht mit seinem Ansatz einen durchaus unkonventionellen Weg Match-Stats zu tracken. Über Akkustikerkennung liefern dir Sensoren, die um das Spielfeld herum installiert werden, unter anderem Einblicke zu Schlagplatzierung, Aufschlagraten und Schlaggeschwindigkeiten. Selbst Line Calling will das System abbilden können.

Mittlerweile werden Spielern und Trainern eine ganze Bandbreite an Gadgets und Systemen zur Spiel- und Trainingsanalyse geboten. Geht es dir primär um die Analyse deines Schwung- und Schlagverhaltens seien dir sicherlich die oben genannten Wearables und Schlägersensoren ans Herz zu legen. Möchtest du zusätzlich dazu auf Match-Ebene Statistiken erhalten, bist du mit einem der letztgenannten Tracking Systeme gut beraten. Bei den festen Installationen gilt es jedoch zunächst Überzeugungsarbeit im Verein zu leisten.